© Heimatverein Topas Tannenbergsthal 2019

Schwerpunkte unserer Arbeit

- Heimatstube und Herrenhaus Die Besichtigung des Museums ist kostenlos und zu den Dienstzeiten der Gemeindeverwaltung möglich. Führungen im Herrenhaus werden auf Anmeldung unter Tel. Nr. 037465-2218 oder 037465402841 oder unter info@heimatverein-topas.de angeboten. Preise 1.00 Euro pro Person 3.00 Euro Kaffee pro Person ( ab 10 Personen) 1.00 Euro Filmvorführung pro Person

Ortsgeschichte

„In Tannenbergsthal,   am Tannenberg,   wo   sich   das Tal   der   kleinen   Pyra   zu weiten    beginnt,    siedelten    sich    vor    wohl    tausend    Jahren    die    ersten Menschen   an,   im   Berg   nach   Schätzen,   nach   Zinn   zu   graben.   Sie   kamen von      Böhmen      herüber.      Diese      Vorfahren      waren      eine      einzige Schicksalsgemeinschaft,    eine    Familie.    In    den    späteren    Jahrhunderten trennten   sie   sich   in   die   einzelnen   Orte,   lebten   sich   auseinander,   wie   das im Einzelleben von Geschwistern heute nicht anders ist.“ (Kurt Scheffler) Tannenbergsthal   war   ein   alter   Bergbauort   und   entwickelte   sich   erst   im 20.     Jahrhundert     zu     einer     Industriegemeinde.     Zu     Tannenbergsthal gehören    die    Ortsteile    Gottesberg,    Schneckenstein,    Jägersgrün    und Pechseifen.      Das      Ortsbild      prägte      über      100      Jahre      lang      die Kunstlederfabrik.    Mit    der    Wiedervereinigung    der    beiden    deutschen Staaten   war   die   Kunstlederfabrik   dem   Untergang   geweiht   und   der   Ort verlor    seinen    wichtigsten    Arbeitgeber.    Infolge    dessen    schrumpfte    die Einwohnerzahl von 2200 auf knapp 1200 Einwohner. Im    Jahr    2009    schloss    sich    die    Gemeinde    Tannenbergsthal    mit    den Nachbargemeinden    Hammerbrücke    und    Morgenröthe-Rautenkranz    zu der     Einheitsgemeinde     Muldenhammer     zusammen.     Der     Sitz     der Gemeindeverwaltung       ist       das       Herrenhaus       in      Tannenbergsthal. (www.muldenhammer.com) Die     ersten     urkundlichen     Erwähnungen     fand     Tannenbergsthal     bzw. Gottesberg   im   Zusammenhang   mit   den   bergbaulichen   Erträgen   an   Zinn und   Eisenstein   im   16.   Jahrhundert.   Zinnschmelzhütten,   Zinnseifereien, Pechhütten       und       spätere       Hammerwerke       entstanden.              Die Hammerwerksbesitzer   Baumann   und   später   Lattermann   betrieben   eigene Eisengruben.   Es   entstanden   Handwerksbetriebe   und   Schulen   und   die Bevölkerungszahl   stieg   an.   Im   18.   Jahrhundert   kam   der   Bergbau   wegen sinkender      Erträge      zum      Erliegen.      Immer      wieder      flammten      die Bergwerksaktivitäten   auf,   so   um   1914-1918   der   Wolframbergbau,   1941- 1964      der      Zinnbergbau      in      der      Grube      „Tannenberg“      (heutiges Schaubergwerk    -    www.schneckenstein.com)    und    von    1948-1960    der Uranabbau   der   „SAG   Wismut“.   Erst   in   jüngster   Vergangenheit   wurden   die Zinnvorkommen     im     Gottesberger     Revier     neu     bewertet     und     eine Wiederaufnahme des Abbaus in Erwägung gezogen. Eine     besondere     Episode     des     früheren     Bergbaus     war     aber     der Edelsteinabbau      am      Schneckenstein.      Die      erste      Erwähnung      des Schneckensteins       erfolgte       bereits       1535       im       „Trützschlerschen Erbteilungsvertrag“.       Zunächst       galt       der       Felsen       nur       als       ein Orientierungspunkt   in   den   dichten   Wäldern   des   oberen   Vogtlandes.   Erst der     Auerbacher     Grenzaufseher     Christian     Kraut     wurde     auf     die leuchtenden   Edelsteine   aufmerksam   und   kam   durch   den   schwunghaften Handel   nach   Böhmen   mit   den   Steinen   zu   einem   bescheidenen   Reichtum. Das   blieb   allerdings   nicht   lange   geheim.   Schließlich   erwarb   der   Kurfürst August   II.   den   Schneckenstein   um   1737   und   bis   1800   wurde   ein   großer Teil   des   Felsen   abgetragen.   Die   schönsten   Exemplare   der   geschliffenen Steine   kann   man   heute   noch   im   Dresdner   „Grünen   Gewölbe“   bewundern. Auch       die       englische       Staatskrone       um       1760       enthielt       485 Schneckensteintopase.      Seit      1938      steht      der      Schneckensteiner Topasfelsen     als     Naturdenkmal     unter     staatlichem     Schutz,     er     ist eingezäunt,       kann       aber       besichtigt       und       bestiegen       werden. ( www.schneckenstein.com )

Der Schneckensteiner Topasfelsen

Vor      rund      300      Millionen      Jahren      entstand      im      Ergebnis      von erdgeschichtlichen       Veränderungen       an       der       Grenze       zwischen Phyllitschiefer        und        dem        Eibenstocker        Granit-massiv        der Schneckensteinfelsen   aus   zertrümmerten   Schiefergestein,   das   mit   Quarz und   weingelben   Edelstein   Topas   zu   einem   widerstandsfähigen   Felsen zusammen-gesintert    ist.    Erst    im    Jahre    1728    wurde    er    durch    den Auerbacher   Tuchmacher   Christian   Kraut   bekannt,   der   seine   Entdeckung jedoch   lange   geheim   hielt.   Letztendlich   teilte   er   seinen   Fund   doch   dem sächsischen   Kurfürsten   mit.   Bereits   1734   wurde   mit   den   Abbauarbeiten durch   kurfürstliche   Bedienstete   begonnen.   Die   Ausbeute   der   Topas   war recht   schwankend   und   betrug   jährlich   bis   zu   einem   Zentner.   Die   besten Steine   sind   heute   noch   im   grünen   Gewölbe   in   Dresden   zu   besichtigen. Ende    des    18.    Jahrhunderts    wurde    der   Abbau    der    Topase    wegen    zu geringer    Ausbeute    eingestellt.    Trotz    spärlicher    Funde    suchten    und hämmerten    in    den    folgenden    Jahrzehnten    Gesteinsfreunde    eifrig    am Felsen   herum,   so   dass   das Areal   eingezäunt   und   als   Naturdenkmal   unter staatlichen   Schutz   gestellt   wurde.   Nur   so   kann   sichergestellt   werden, dass      die      Einzigartigkeit      des      Felsens      in      seiner      mineralischen Zusammensetzung,   die   nur   noch   einmal   auf   der   Welt   am   Mount   Bishoff in Tasmanien vorkommt, der Nachwelt erhalten bleibt.

Die Eduard Keffel AG

- gegründet 1856, enteignet per Volksentscheid vom 30. Juni 1946 - Der    gebürtige    Braunschweiger    Friedrich    Eduard    Keffel    erwarb    als Kaufmann     1855     in     Tannenbergsthal     Grundstücke     des     ehemaligen Hammerwerks   Lattermann,   auf   denen   er   die   erste   mechanische   Weberei Sachsens   errichtete,   die   1856   ihren   Betrieb   aufnahm   und   rasch   ihre   erste Blüte erreichte (1876). Sein    Sohn    Ernst   Alexander    Keffel    kehrte    nach    einer    Studienreise    in Amerika   1878   nach   Tannenbergsthal   zurück,   übernahm   die   Leitung   des Betriebes    und    erweiterte    ihn    1879    mit    einer    Ledertuchfabrik.    Nach seinem   frühen   Tod   am   19. August   1901   übernahmen   sein   Sohn   Friedrich Eduard   Keffel   und   Schwiegersohn   Edmund   Meinel   das   Unternehmen   und führten    es    als    OHG    weiter.    1904    entstand    eine    Produktionsstätte    für Kunstleder     und     1911     wurde     die     OHG     in     eine    Aktiengesellschaft umgewandelt.    Der    2.    Weltkrieg    brachte    für    die    Keffel    AG    auch    die Zwangswirtschaft und damit die Herstellung von Kriegswaren. Diese Tatsache war ausschlaggebend für die Enteignung 1946. In   seiner   90-jährigen   Geschichte   hat   die   Keffel AG   der Tannenbergsthaler Bevölkerung   nicht   nur   Arbeit   und   Brot   gegeben,   sondern   auch   mit   einem über   das   normale   Maß   hinausgehendem   sozialen   Engagement   für   seine Beschäftigten     gesorgt.     So     wurde     1861     eine     Fabrikkrankenkasse eingerichtet,    lange    bevor    1883    die    allgemeinen    Ortskrankenkassen entstanden.     Es     wurden     zahlreiche    Arbeiterwohnungen     gebaut     und erhebliche   finanzielle   Mittel   für   das   Gemeinwohl   (Bau   der   Schule   1905 und der Kirche 1910) eingesetzt. Der Firmeninhaber Friedrich Eduard Keffel, Enkel des Firmengründers und letzter Generaldirektor des Unternehmens verließ den Ort 1949 und starb am 2. Mai 1953 in Berlin-Charlottenburg.

Das Herrenhaus

1921

die Sanierung

das sanieirte Herrenhaus

das Museum

Veranstaltungen